
»Hey 👋, schön, dass wir den Weg noch ein Stück weiter gemeinsam gehen können«
Auch wenn die Krise noch nicht vorbei ist, ist deine liebste Person dank deiner Ersten Hilfe in Sicherheit. Du weißt jetzt genau, wie du im Notfall handeln musst und wie wichtig es ist, der Leuchtturm 🗼 zu sein.
Aber ein Leuchtturm zu sein, ist alles andere als leicht. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass es dir gut geht. Daher gehen wir nun die dritte Stufe durch: deine Energieversorgung.
Was du in Stufe 3 erreichst
Status Quo: Dauerfunktionieren, aber dein Akku ist schon komplett leer.
Rolle & Fokus: Ausgeglichener Begleiter: Deine eigene Resilienz stärken, Energie laden, Prioritäten radikal umkehren.
Ziel der Stufe: Ballast abwerfen, Emotionen nutzen, Mikro-Routinen aufbauen, Lähmung lösen.
Tage trotz Erschöpfung mit noch mehr To-dos vollpacken.
Grenzen spüren, Aufgaben radikal streichen.
Dein Gedankenkarussell blockiert; extreme Gefühle werden unterdrückt.
Gedanken prüfen, Emotionen als Kompass nutzen.
„Keine Zeit“ Ausrede – Selbstfürsorge wird als Luxus aufgeschoben.
Mikro-Gewohnheiten (wieder) starten, Freude tanken.
Starre Hilflosigkeit & ständige Vergleiche mit dem „Früher”.
Lähmung durchbrechen, Schritt für Schritt, Akzeptanz Hoffnung & Mut aktivieren.
Video: Deine sekundäre Belastung erkennen
- warum deine Erschöpfung eine völlig logische Reaktion auf eure aktuelle Situation ist
- wie du merkst, wann deine Belastungsgrenze erreicht ist
- ein kleines 3-Minuten-Ritual, das dir jede Woche Orientierung gibt
Übung: Dein Belastungsbarometer
Angehörige rutschen oft in eine chronische Überforderung, ohne es überhaupt zu merken. Das Barometer ist eine Routine die du jede Woche wiederholen kannst. Damit du dich nicht verlierst, während du jemanden liebst, der gerade sehr kämpft.
Bitte sei ehrlich zu dir selbst!
Übung: Deine Energieräuber
Der erste Schritt von Selbstfürsorge ist nicht, noch mehr zu tun. Sondern bewusst weniger zu tragen.
Wir werden jetzt 7 Tage lang sichtbar machen, was dich im Alltag zu viel Kraft kostet. Ziel ist es, diese Energieräuber nach und nach kleiner, seltener zu machen, abzugeben oder komplett zu streichen.
Check-In #1
Schau mal, ab jetzt hast du eine kleine, wöchentliche Routine von gerade mal drei Minuten, um wieder ganz sanft bei dir selbst anzukommen. Die größte Last in deinem Alltag hast du damit schon ein Stückchen verringert. Spürst du schon, wie es sich in dir ein klitzekleines bisschen leichter anfühlt?
Jetzt bist du bereit, deine Gedanken und Gefühle ein wenig zu sortieren. So stehst du dir nicht selbst im Weg und spürst und nimmst dich wieder ernst.

Video: So veränderst du deine Welt, trotz Krise
In diesem Video zeigt dir Xiaoxi, wie der Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben gelingt. Du lernst:
- Wie unser Verhalten als Angehörige entsteht.
- Warum wir nicht einfach dem ausgeliefert sind, was um uns herum passiert.
- Wie wir, mit nur einem Hebel, die Kontrolle zurückgewinnen können.
Übung: Deine K.R.A.F.T Formel
Wir zeigen dir jetzt, dass du mehr KRAFT hast, als du glaubst.Wenn der Alltag schwer wird, fangen unsere Gedanken oft an zu rasen. Diese Übung hilft dir, zerstörerische Gedanken zu stoppen und deinen Fokus neu auszurichten – nicht im Sinne von »alles ist super«, sondern als bewusste Entscheidung für dich.
Video: Diese Gedanken darf ich niemandem sagen...
In diesem Video zeigen wir dir, dass du mit deinen Gefühlen als Angehörige*r nicht alleine bist.
- Warum sind extreme Gefühle nicht »falsch«?
- Was wollen mir diese Emotionen sagen?
Real Talk mit Lea (Psychotherapeutin)
Eine Erfahrung, die ich in Gesprächen mit Angehörigen immer wieder mache: Viele erschrecken über ihre eigenen Gefühle.
Neben Mitgefühl, Sorge und Liebe gibt es oft auch Wut, Frustration, Enttäuschung oder den Wunsch einfach einmal Abstand von allem zu haben. Manche vergleichen sich mit anderen Paaren oder Familien und fragen sich, warum ihr Leben gerade so viel schwerer geworden ist.
Viele sprechen darüber nur ungern, weil sie befürchten, egoistisch, unfair oder lieblos zu wirken. Dabei sind genau diese Gefühle bei einer langanhaltenden Belastung nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil: Ich begegne ihnen in meiner Arbeit regelmäßig.
Solche Gefühle bedeuten meist nicht, dass man den erkrankten Menschen weniger liebt. Oft sind sie vielmehr ein Zeichen dafür, wie viel Belastung man bereits über einen langen Zeitraum getragen hat.
Deshalb kann es hilfreich sein diese Gefühle nicht als Beweis für persönliches Versagen zu betrachten, sondern als wichtige Information darüber, wie es einem selbst gerade geht.
Übung: F.A.S.T - Verbotene Gefühle?
Als Angehöriger trägt man eine unsichtbare Last. Oft tauchen dabei Gefühle auf, für die man sich schämt oder die man glaubt, niemandem laut sagen zu dürfen. Doch wegzuschauen macht sie nur noch schwerer. Mit dieser Methode holen wir sie ans Licht, bewerten sie nicht und geben ihnen ihren berechtigten Platz.
Check-In #2
Juhu! Du glaubst deinen Gedanken ab jetzt nicht mehr blind, sondern hast dir die Kontrolle über sie zurückgeholt. Du bewertest deine schweren Emotionen nicht mehr, sondern fängst an, ihnen ganz aufmerksam zuzuhören. So erkennst du endlich, was du gerade tatsächlich brauchst – und dein Gehirn fängt an, wie ein guter Freund für dich statt gegen dich zu arbeiten. Ein schönes Gefühl, oder?
Ab jetzt hast du alle wichtigen Voraussetzungen geschaffen, damit die »Me-Time« funktionieren kann. Als Nächstes klären wir, welche Art von Selbstfürsorge tatsächlich funktioniert und wie du sie gestalten kannst, damit sie konsequent stattfindet.

